#1 Einige Testbeobachtungen mit den Kuppelinstrumenten im Turm #6 von Reverend_Coyote 06.06.2018 22:17

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Liebe Mond- und Planetenbeobachter,

kürzlich machte ich einige Testaufnahmen des Mondes, bei beiden Gelegenheiten herrschte leider eine gar schauerliche Luftunruhe. Ich nutzte den 200/4000mm Faltrefraktor (Primärfokus) und den 1065/14500/3900mm Nasmyth Cassegrain (mit Fokalreduktor) in der Kuppel von Turm #6.

Bei der ersten Videoserie (April 20, 2018) stand der Mond noch am hellen Dämmerungshimmel - dies war der Hauptgrund für meine Videos. Ich wollte sehen, in wie weit Streulichteffekte bei den beiden Teleskopen auftreten. Cassegrainsysteme sind ja idR. tagblind durch direkten Einfall von Störlicht in den Blendentubus, und der Faltrefraktor bekommt direktes Licht vom Objektiv in den Okularstutzen, vermutlich durch eine beim Transport verrutschte Streulichtblende.

Bei der zweiten Aufnahmeserie (Mai 26, 2018) war der Himmel bereits dunkel genug um keine Streulichtprobleme mehr zu verursachen. Hierbei habe ich dann nur den Faltrefraktor genutzt.

Verwendete Kamera ZWO ASI-178c Farbkamera, 1x1 binning, SER Videos mit ca. 1000 frames, davon wurden jeweils 400 frames gestackt.

Software: SharpCap (aquisition), AVIstack (stacking), StarTools (processing), GIMP (collages)



Resultate:

1) Bei noch hellem Himmel sind beide Teleskope wegen Streulichtproblemen ungeeignet.

2) Bei großer Luftunruhe sind auch bei Videosequenzen von 1000+ frames die Chancen auf ein gutes
Bild sehr klein - es lohnt also den Aufwand nicht, wie man an den schrecklichen Bildern hier sehen
kann, welche weit entfernt sind von dem, was die Optiken auflösungsmäßig zu leisten imstande sind.
Das Gleiche gilt, in noch stärkerem Maße, leider auch bei Deep-Sky. Dazu ein anderer Beitrag,
wenn ich die entspr. Bilder ausgewertet habe.

3) Der 1M-Spiegel, genauer dessen Fokalreduktor, ist offenbar nicht wirklich für hochauflösende
Photographie geeignet. Aber ich werde bei gutem Seeing einmal die Gegenprobe machen, um zu
schauen, welche Auflösung dann zu erreichen ist. Der Faltrefraktor hingegen scheint optisch sehr gut
zu sein und wird wohl das Instrument der Wahl werden für alle Aktivitäten dieser Art. Die Brennweite
von 4 Metern erlaubt den Einsatz im Primärfokus bei voller Auflösung ohne Zusatzoptiken.

4) Ein Trost bleibt aber bei jeder Wetterlage: Unten in Schalkenmehren gibt es echt gutes Futter!
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Gerd F. Herzogenrath


Hier die Bilder (der linke Teil ist jeweils der reine Stack, der rechte Teil jeweils das bearbeitete Bild):

Fig-1 mit dem 1M-Spiegel
Fig-2 mit dem Faltrefraktor am hellen Himmel
Fig-3/4 mit dem Faltrefraktor am nahezu dunklen Himmel (Clavius und Mare Humorum)

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