#1 Ein ganz neues Amateurteleskop (mit Hilfe des CERNs) ??? von ctb 04.03.2018 16:00

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Im Grunde sind wir Sternfreunde mit Teleskopen aller Art hier in der Eifel recht gut ausgestattet : Das Observatorium Hoher List, allerlei private Instrumente und z.B. die Radioteleskope (beachte: Plural) unserer Freunde auf dem Stockert (eines davon 25 m - meines Wissens nach das weltweit größte Amateurradioteleskop).

Was also will man mehr ?.

Ok – das alles ist schon lange „in die Jahre gekommen“ … wissenschaftlicher Betrieb wenig erfolgversprechend, aber immerhin ist damit ein breiter Bereich (optisch und radioastronomisch) abgedeckt.

Moment. Moment.

Es fehlt noch ein „Amateur-Teleskop“ zur Beobachtung kosmischer Teilchenschauer (oder besser gesagt: zur Beobachtung der Trümmerstücke (Myonen), die in der oberen Atmosphäre entstehen, wenn hochenergetische Teilchen auftreffen )

Das ist neu für die Amateurastronomie, die auf preisgünstige Beobachtungsinstrumente angewiesen ist.

Hilfe könnte in diesem Falle vom CERN kommen, wo schon seit einigen Jahren eine studentische Gruppe Szintillationsdetektoren für genau diesen Zweck entwickelt :

http://cosmicpi.org/.
https://www.facebook.com/cosmicpi

Bis dato war deren Zielpreis für den fertig aufgebauten Detektor 500 Euro – was aus meiner Sicht noch deutlich zu teuer ist. Es gibt aber durchaus Bestrebungen den Preis in der Größenordnung von 100 Euro (oder darunter) zu bringen. Ein bisschen denke ich dabei auch an Schulen, für die das immer wirklich billig sein muss.

Eine erste Durchsicht der Arbeiten besagter Studentengruppe zeigt, dass sie sich derzeit noch von einer „Beta-Phase“ zur nächsten „Beta-Phase“ hangeln. Hier ist also Geduld und/oder wohlwollende, steuernde Einflussnahme gefragt.

Aktuell ist einer dieser Detektorn im „live-mode“ online gestellt:
cosmicpidemo.mooo.com/

Hier also gilt: Geduld. Geduld. Und noch mehr Geduld.

In mehrfacher Hinsicht: Zu einem sind die wirklich interessanten höchstenergetischen Teilchen sehr selten (z.B. 1 Teilchen / Monat / 10 Quadratkilometer) und zu zweitem wird es wohl noch einige Zeit benötigen billige und zugleich zuverlässige Detektoren zu entwickeln.

Aber: Vielleicht sehen wir (mit freundlicher Unterstützung des CERN) schon in einigen Jahren hier irgendwo in der Eifel ein Feld, das mit einigen hundert dieser dann wirklich billigen Detektoren gepflastert ist, und mit dem dann die räumliche und zeitliche Verteilung der Trümmerstücke gemessen werden kann. (Aus dieser Verteilung lassen sich Eigenschaften des ursprünglichen kosmischen Teilchens ableiten.)


Michael
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