#1 Leistungsfähige freie astronomische Bildverarbeitungssoftware (Linux, Windows, Mac) von Reverend_Coyote 12.01.2018 00:54

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Hallo liebe Mitstreiter,

aufgrund der seit Monaten astronomisch eher ungünstigen Wetterlage begann ich anstelle astronomischer Objekte die BIAS Strukturen meiner Kamerasensoren zu beobachten und zu bekämpfen. Meine standardmäßig verwendete Software "AstroArt" ließ mich eine Lösung finden, leider ist sie nicht in der Lage FFTs in automatisierten Skripten zu verwenden. Manuelle Tests sehen gut aus, aber bei Hunderten oder gar Tausenden von Frames ist das keine Option (Lucky Imaging).

Daher suchte ich im Internet und wurde fündig. Ich fand eine Software die offenbar sehr leistungsfähig ist, kostenlos zur Verfügung steht und sogar für die gängigen Betriebssysteme Linux/Unix, Windows und Macintosh angeboten wird . Hier der Link zu "AstroImageJ":

http://www.astro.louisville.edu/software/astroimagej/

Ob ich damit mein Vorhaben umsetzen kann weiß ich noch nicht, aber es lohnt sich auf jeden Fall das Programm zu testen. Dies ist wohlgemerkt eine wissenschaftliche Bildverarbeitung, also nichts in der Richtung von PhotoShop, GIMP oder AffinityPhoto.

Eine weitere Alternative wäre evtl. "Iris", aber mit dem Programm stehe ich irgendwie auf Kriegsfuß:

http://www.astrosurf.com/buil/us/iris/iris.htm



Grüße, Coyote

#2 RE: Leistungsfähige freie astronomische Bildverarbeitungssoftware (Linux, Windows, Mac) von ctb 13.01.2018 09:44

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Auf den ersten Blick besteht das System aus zwei Teilen: Dem „Basis“-System IJ und einer astronomiespezifischen Ergänzung.

Die GUI der astronomiespezifischen Ergänzung macht auf mich einen etwas überladenen Eindruck. Gelegentlich gibt es auch ein nicht ganz stimmiges Verhalten, was typisch ist, wenn ein System während der Entwicklungsphase die Richtung ändert, und/oder deutlich verschieden denkende Programmierer daran gearbeitet haben. Es war mir auch möglich, Exeptions zu erzeugen, die eigentlich vom Programm hätten abgefangen werden sollen. Damit ich nicht missverstanden werde: Das alles ist für den verständigen Nutzer, für den das gemacht worden ist, kein schwerwiegendes Problem, aber eben auch typisch für den Entstehungsprozess. (Hab ich da gerade etwas über Göttinger Astronomen gelesen ??).

Natürlich enthält das System auch 2-dim FFTs – offensichtlich bereits in der IJ-Version, auf die die astronomische Ergänzung aufbaut. Das geht eigentlich auch recht zügig, wenn man bedenkt, dass die FFT eines Bildes von N*M Pixeln sich mit N FFTs der Länge M und M FFTs der Länge N machen lässt. Ob in den Fällen, in denen die Längen keine 2er Potenzen sind, die Längen einfach nur auf 2er Potenzen verlängert werden (padding), oder ob eine Primzahlzerlegung der Länge genutzt wird, kann ich am Verhalten nicht auf die Schnelle erkennen, aber vermutlich wird ein Blick in die Source so etwas schnell klären. (Vermutung: padding, weil es leichter zu programmieren ist). Für deine Anwendung würde das aber (fast) keine Rolle spielen.

michael
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#3 RE: Leistungsfähige freie astronomische Bildverarbeitungssoftware (Linux, Windows, Mac) von Reverend_Coyote 14.01.2018 12:45

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Hallo Michael,

vielen Dank für die Antwort. Bei ersten kurzen Tests habe ich auch gelegentlich ein instabiles Verhalten (Exceptions und einen Totalaufhänger) erfahren. Auf jeden Fall ist die Software mit reichlichen Funktionen gespickt, die ich mir erst mal in Ruhe anschauen muß - nicht nur im Zusammenhang mit den BIAS Untersuchungen. Leider geht das immer nur sporadisch, da ich mich die Woche über um meine Mutter kümmern muß. Ich werde weiter berichten, ob ich damit zum Zuge komme. Früher hätte ich ein solches Problem einfach mit einem FORTRAN-Programm angegangen, aber dazu werde ich vorläufig wohl nicht mehr kommen.

Grüße, Gerd

#4 RE: Leistungsfähige freie astronomische Bildverarbeitungssoftware (Linux, Windows, Mac) von ctb 19.01.2018 20:40

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Wir sollten milde urteilen. Mir fällt das leicht, denn wenn ich so etwas sehe, dann erinnere ich mich - unabhängig von der tatsächlichen Lage und Situation der Softwarautoren - an alte Studententage, als ich mich mit solchen und ähnlichen Dingen beschäftigte. Als Student hat man auch Anderes im Kopf. Es gibt da - ich spreche aus eigenen Erfahrungen - zahlreiche Möglichkeiten der Ablenkung, von denen die weiblichen Kommilitoninnen der benachbarten Fakultäten nur eine, aber für gewöhnlich die wichtigste ist. Eine von den Kommilitoninnen ist heute meine Frau. Welche Rolle das Observatorium dabei gespielt hat ? Das erzähle ich das nächste Mal.

michael
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