#1 Extreme astronomische Ereignisse in der ersten Oktoberhälfte von MartinMiller 20.09.2017 11:57

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A) Sternbedeckung durch den Neptunmond Triton

Hier eine mail von Herrn Mike Kretlow:

Ich kontaktiere Sie, weil ich auf ein (wissenschaftlich) bedeutendes
Ereignis aufmerksam machen möchte: eine Sternbedeckung durch den
Neptun-Mond Triton am 05. Oktober. Diese Bedeckung bietet die
Möglichkeit, die Atmosphäre des Mondes genauer zu untersuchen und deren
mögliche Veränderungen in den vergangen Jahren/Jahrzehnten. Diese
Bedeckung ist insofern auch besonders, als das sie u.a. in ganz Europa
zu beobachten sein wird (mit entsprechend hoher "Teleskopdichte"). Dabei
verläuft die Zentrallienie (in der auch der sog. central flash zu
beobachten sein wird) vermutlich über oder sehr nahe dem Observatorium
Hoher List. Ich möchte daher im Namen unserer Kollaboration (IOTA-ES und
Lucky Star Projekt, Univ. Paris, PI Bruno Sicardy) anfragen, ob das 1-m
Teleskop für eine solche Beobachtung in Verbindung mit einer unseren
schnellen CCD-Kameras (Raptor Merlin EMCCD, die wir für solche
Ereignisse einsetzen) zur Verfügung stünde!?

Einige weitere Informationen zu diesem herausragenden Ereignis finden
Sie auf folgender Seite:

http://astro.kretlow.de/?Solar-System---Occultations/Triton-Occultation-2017

Ich habe ihm positiv geantwortet und ihn zum HL eingeladen. Neben Angaben zu technischen Details habe ich noch folgendes geschrieben:

Beobachtungsbedingungen für den Hohen List: Um 23:42 UT= 01:42 MESZ (6.Okt.) steht Neptun 25 ° hoch bei Az=216°. Der Vollmond ist 40° hoch und steht in Azimut 25° links von Neptun. Wenn die Kuppeltore nicht vollständig geöffnet sind, kann das Teleskop im Schatten des Mondes stehen.


B) Kleinplanet in nur 0.13 facher Mondentfernung

In der Nacht vom 11. zum 12. Oktober nähert sich der ca. 20 Meter große Asteroid 2012 TC4 der Erde bis auf etwa 50 000km, also knapp außerhalb der geostationären Satellitenbahn. Er bewegt sich sehr schnell in Südrichtung mit 1.3 arcmin pro Minute durch das Sternbild Aquarius, wenn er gegen Ende der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unterhalb des Horizonts) beobachtbar wird. Das ist um 20 Uhr MESZ der Fall. Er hat dann eine Deklination von -10°39', eine Stunde später von -11°30'. Azimut ist 136°, Elevation 30°. Die Helligkeit dürfte bei 14m.5 liegen, also etwas schwächer als Pluto. Mit dem 1m-Teleskop und einer hochempfindlichen SW-Kamera, z.B. der Infinity-Mono oder einer QHY5-III 174 sollte er beobachtbar sein. Hierbei müssen wir beachten, dass die effektive Belichtungszeit pro Seeing-Scheibchen-Durchmesser (etwa 3 arcsec) auf dem CCD-Chip nur ½ Sekunde beträgt. Das Gesichtsfeld einer Infinity beim 1m-Teleskop (ca. 6 arcmin) passiert er in weniger als 5 Minuten. Man müsste das Teleskop auf eine Position des KP bewegen, die 5 oder 10 Minuten in der Zukunft liegt und dann abwarten, bis der KP im Gesichtsfeld erscheint.

Beide Ereignisse wollen wir bei günstigem Wetter vom Hohen List aus beobachten.
Das Tritonereignis könnten wir parallel mit dem 200/4000mm Refraktor fotografisch mitverfolgen. Den Kleinplaneten eventuell auch mit dem großen Refraktor und dem 8“ Foto-Cassegrain. Wer eines oder beide Ereignisse am HL mit beochachten möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

MartinMiller

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